Das Erbe der Maya, Inka und Azteken - Mexikos faszinierende Geschichte - Pacific and Lime

Das Erbe der Maya, Inka und Azteken - Mexikos faszinierende Geschichte

Mexikos Geschichte ist viele 1.000 Jahre alt. Historische Ausgrabungen belegen, dass Hochkulturen die Region schon lange vor unserer Zeitrechnung besiedelten. Die Einflüsse unterschiedlicher Völker, aber auch die der spanischen Eroberer sind bis heute spürbar und sichtbar. Maya, Inka und Azteken sind die Ursache für facettenreiche Zusammensetzung von Mexikos Bevölkerung, haben ihre Verhaltensweisen, Bräuche und Kultur geprägt.

das vermächtnis der azteken

Maya Inka und Azteken: Hochkulturen, die zu Unrecht in Vergessenheit gerieten

Ausgrabungen belegen, dass Mexiko bereits 20.000 v. Chr. besiedelt war. Überreste menschlicher Skelette datieren Archäologen auf ca. 9.000 v. Chr. Die kulturhistorisch wohl spannendste Ära ist aber die Zeitspanne von 2.000 v. Chr. bis 1519, denn in diesem Zeitraum, genannt Postklassik, entwickelten sich die Hochkulturen – die berühmtesten sind die Maya, Inka und Azteken. Hochkulturen nennt man sie, weil sie sich bestens mit der Astronomie auskannten und architektonische Meisterleistungen vollbrachten – und das ohne die technische Ausrüstung, die für uns heute selbstverständlich ist. Zum Zweck der religiösen Verehrung bauten die Maya Inka und Azteken riesige religiöse Tempelanlagen und gigantische Pyramiden. Sie kultivierten Mais, Chilis und Bohnen und entwickelte hocheffiziente Anbaumethoden. Damals erlebten Mexiko, aber auch Guatemala, El Salvador und Honduras eine Blütezeit von Kunst, Religion und Architektur. Daneben gab es weitere Hochkulturen wie die Olmeken, Zapoteken und Totonaken. Diese sind bis heute aber kaum erforscht.



Die Maya in Mexiko: ein geheimnisvolles Volk mit großartigem Wissen

Die Maya lebten nach einem Sonnen-Kalender, der zugleich auch ein Ritualkalender war. Ihre antiken Machtzentren waren Teotihuacán, Tikal und die Pyramidenstadt Chichén Itzá. Die letzte große Maya-Stadt Chichén Itzá ist heute nur noch eine Ruine, doch immer noch sehenswert. In Chichén Itzá steht die Pyramide von Kukulcán, die heute zu den sieben neuen Weltwundern zählt. Diese Pyramide ist ebenso bedeutend wie die chinesische Mauer, der Taj Mahal oder Macchu Pichu. Auch sie ist Ausdruck der einstigen Größe der Maya-Kultur und touristisches Highlight auf einer Mexiko-Rundreise. Spätestens im Jahr 1.400 siedelten die Menschen jedoch woanders. Warum die Maya und andere Hochkulturen letztendlich ausstarben, ist bis heute nicht geklärt. Man vermutet, dass die Städte durch Kriege, Übervölkerung, Auslaugung der Böden und Dürrezeiten verlassen wurden.

Chichén Itzá

Der Maya Kalender: ein Wunderwerk der Mathematik und Astronomie

Der astronomische Maya Kalender prägte das Leben der Maya auf allen Ebenen. Er verdichtet Astronomie, Mathematik, Götterwissen und Mythologie zu etwas Großartigem, das zeigt, wir hoch entwickelt diese Kultur war. Der Kalender besteht aus Zeichen und Ziffern mit unterschiedlichen Bedeutungen. Er umfasst 260 Tage und ist das komplexeste Zeitmessungssystem, das Menschen je schufen. Zusätzlich zum 260-Tage-Zyklus gibt es ein Sonnenjahr mit 365 Tagen. Dieses wurde in 18 Monate mit je 20 Tagen unterteilt. Aus der Kombination der Zyklen ergab sich eine große Kalenderrunde von 52 Jahren. Mithilfe des Kalenders bestimmten die Maya ihre wichtigsten Feste und Zeremonien, sagten aber auch ihr Schicksal voraus. Ihr Kalender gab ihnen zudem die Möglichkeit, ganze Jahrhunderte zu überschauen.



Die Schrift der Maya: rätselhaft wie andere archäologische Funde

Die Schrift der Maya war lange Zeit eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte. Egal, auf welchem Wege man sie zu verschlüsseln versuchte, man kam nicht einmal ansatzweise dahinter, was die Zeichen bedeuten könnten. Erst in den 1950er Jahren begann sich das Geheimnis zu lüften. Heute gilt etwa die Hälfte der Maya-Schriftzeichen als entschlüsselt. Warum so lange kaum etwas über die Maya-Schrift bekannt war, liegt hauptsächlich an den spanischen Eroberern, die im 16. Jahrhundert ins Land eindrangen. Die Eroberer wollten die einheimische Bevölkerung mit Gewalt zum Christentum bekehren und zerstörten in einer groß angelegten Aktion Schriftrollen, Altäre, Bilder und andere kulturelle Güter. So ist zu erklären, dass wir heute nur minimalen Einblick in die Kultur der Maya haben. Im Gegensatz dazu wurden die Herrschaftsstrukturen in einzelnen Dynastien sehr gut erforscht.

Maya Schrifttafel

Die Inkas: auch sie waren der Sonne ergeben

Das große Inka-Reich hatte seine Blüte zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert und wurde ebenfalls von den spanischen Eroberern zerstört. Die Hauptstadt Cusco lag im heutigen Peru. Von hier ausgehend unterteilten die Inkas ihr Land in vier Teile. Sie sprachen Quechua, eine Sprache, die heute noch in einigen Gegenden der Anden gesprochen wird. Wichtige Informationen hielten sie mittels Knoten und Schlaufen an Seilen fest. Wie andere Völker ihrer Zeit glaubten auch die Inkas an mehrere Götter. Der Sonnengott Inti war ihr Hauptgott. Sie kannten zwar noch nicht das Rad, konnten aber erstaunliche architektonische Meisterleistung vollbringen, zum Beispiel sehr lange Hängebrücken. Das bedeutendste kulturelle Erbe der Inkas, Machu Picchu, liegt hoch in den Anden und wurde 1911 wieder entdeckt. Es ist wohl die bekannteste Inka-Stadt, deren Ruinen wir heute noch besichtigen können.



Das Vermächtnis der Azteken: clevere Agrikultur war ihr Markenzeichen

Während Maya und Inka schon frühzeitig Siedlungen sowie großartige Tempel und Pyramiden bauten, waren die Azteken ein bäuerlich geprägtes Volk, das nie richtig sesshaft wurde. Doch auch sie haben in Mittel- und Südamerika ihre Spuren hinterlassen. Xocoatl ist zum Beispiel eines dieser spannenden Vermächtnisse. Der Kakaobaum stammt aus Südamerika und wurde bereits um 600 n. Chr. Auch in Mexiko großflächig kultiviert. Die Pflanze ist aber schon seit gut 3.000 Jahren in Mittel- und Südamerika bekannt. Etwa ab dem 14. Jahrhundert kultivierten die Azteken den Kakao in Plantagen. Für sie war die Pflanze ein Geschenk des Gottes Quetzalcoatl. Sie nutzten die aus der Frucht gewonnenen Kakaobohnen zunächst als Zahlungsmittel, da sie ihnen heilig waren. Sie bereiteten daraus aber auch ein herbes Getränk (Xocoatl) zu, das mit unserem heutigen gesüßten Kakaogetränken wenig zu tun hatte. Sie mischten ihren Xocoatl kalt aus Wasser, Mais, Kakao, Vanille, etwas Salz und Cayennepfeffer und tranken ihn nur zu außergewöhnlichen Gelegenheiten. Das Getränk war wegen seiner anregenden Wirkung sehr beliebt. Auch die spanischen Eroberer wussten dieses Getränk schnell zu schätzen. Bald wurde es ein Modegetränk am spanischen Hof, konnte sich beim Bürgertum aber nicht durchsetzen, denn es stand synonym fürs Faulenzen – ein Verhalten, das man vor allem dem Adel zuschrieb. Im Laufe der Jahre bereitete man das Getränk nur noch mit Milch zu und es setzte sich der uns bekannte Kakao durch.

xocoatl
Auch ein anderes historisches Getränk aus Mexiko ist mittlerweile weltweit bekannt: Tequila. Man kann Tequila durchaus als identitätsstiftend für das mexikanische Volk bezeichnen. Seine Herstellung ist untrennbar mit der blauen Agave verbunden. Im kleinen Städtchen Tequila ließen sich schon vor vielen Jahrhunderten Tequila-Brenner nieder. Ihr Getränk nannten sie anfangs Mezcal-Wein aus Tequila, denn Mezcal bedeutet in der Azteken-Sprache „gekochte Agave“. Die Agavenfelder hier wurden 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Vom mexikanischen Nationalgetränk gibt es über 1700 registrierte Marken, ganz zu schweigen von den nicht registrierten Schnäpsen. Ein hochwertiger Tequila wird ausschließlich aus der blauen Agave hergestellt.



Die Azteken Todespfeife: unheimliche Grabbeigabe mit Wirkung

Die aztekischen Todespfeifen sind Tonpfeifen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Musikinstrumente genutzt wurden, auch wenn man damit Töne produzieren kann. Als Archäologen diese verzierten Schädel fanden, dachten sie zunächst, dass es sich bei diesen Grabbeigaben um Schmuck oder sogar Spielzeug handelt. Heute geht man davon aus, dass die Pfeifen, die sehr gruslige, schrille Töne erzeugen, als Kriegswaffe eingesetzt wurden. Sie sollten die Feinde in Angst und Schrecken versetzen, denn sie klingen wie durchdringende menschliche Schreie.


Die faszinierenden Geschichten und archäologischen Funde aus der Zeit der Maya Inka und Azteken haben etwas Geheimnisvolles, das Menschen aus aller Welt anlockt. Die alten Hochkulturen hinterließen uns trotz Zerstörung durch die Spanier ein reiches Erbe, das zu entdecken mehr als lohnenswert ist.

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